Lexikon

Auf den folgenden Seiten finden Sie – alphabetisch geordnet von „AB wie Aurora borealis“ bis „Z wie Zuchtperlen“ – Beschreibungen und Erläuterungen zu den verarbeiteten Materialien und Begriffen, die mit der Schmuckgestaltung zusammenhängen. Dieses „Kleine Lexikon“ erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit im Hinblick auf die erläuterten Begriffe und wird von Zeit zu Zeit ergänzt. Bitte beachten Sie auch, daß die Ausführungen zu den einzelnen Begriffen nicht alle spezifischen Einzelheiten umfassen, sondern nur als kurze Zusammenfassungen formuliert wurden.


AB

…ist die Abkürzung für „Aurora borealis“, das Nordlicht. Perlen mit AB-Überzug glänzen und schimmern grünlich und erinnern somit an das Polarlicht.


Amber

…ist englisch und bedeutet „Bernstein“. Die Bezeichnung „Amber“ steht darüber hinaus auch für „bernsteinfarben“ und meint verschiedene Farbschattierungen von Orangerot – von fast gelb bis dunkelrot-orange. Siehe auch Bernstein.


Amethyst

…ist eine Quarz-Varietät, die in allen Lila-Schattierungen von blaßlavendel (rosa) bis zur kräftig gefärbten sog. sibirischen Variante mit magentafarbenen Highlights vorkommt. Als „sibirisch“ wird jeder kräftig violette Amethyst bezeichnet, unabhängig von seiner Herkunft. Die dunkelvioletten Steine gelten als besonders wertvoll. Daneben werden aber auch violett-weiß gebänderte, undurchsichtige Varietäten als Schmuckstein geschätzt. Abbaugebiete für Amethyste liegen im Ural (Rußland), in Namibia und Sambia.

Fotos: A. Hanschke


Aragonit

…ist eine von insgesamt drei natürlich vorkommenden Modifikationen des Calciumcarbonats. Reiner Aragonit ist entweder farblos oder weiß. Durch Fremdbeimengungen bzw. Verunreinigungen können Aragonite jedoch auch grau bis bräunlich, gelblich, rötlich, grünlich, bläulich oder violett gefärbt sein. Zudem leuchtet das Mineral unter UV-Licht. Aragonit ist außerdem der Hauptbestandteil des Perlmutts und damit auch der Zuchtperlen. Ebenso besteht das Skelett der Steinkorallen aus Aragonit. … Wie toll sich dieser Stein zu Schmuck verarbeiten läßt, zeigt diese Halskette sehr anschaulich. Unter dem Namen „Georgina“ ist sie in meinem Shop erhältlich – wenn sie nicht inzwischen gekauft wurde. 😉

Fotos: A. Hanschke


Bernstein

…ist ein fossiles Baumharz, das ca. 260 Millionen Jahre alt ist. Es wurde aus dem zähflüssigen Harz damals existierender Bäume im Laufe der Zeit zu einer festen, amorphen (nicht kristallinen) Substanz. Somit ist Bern„stein“ zwar kein Mineral oder Gestein, zählt aber dennoch zu den Schmucksteinen. Bernstein ist klar oder auch undurchsichtig und kommt in verschiedenen Farbtönen von Weiß über Gelb bis hin zu verschiedenen Brauntönen vor. Bernstein aus der Dominkanischen Republik kann sogar grünlich bis bläulich gefärbt sein – diese seltenen Varietäten sind sehr begehrt und teuer. Besonders reizvoll sind auch sog. Inklusen, im Harz eingeschlossene fossile Insekten. Der bekannteste Fundort von Bernstein in Europa ist der Ostseeraum.

Fotos: A. Hanschke


Citrin

…ist eine Quarz-Varietät, deren Farbpalette von pudrigem zitronengelb bis dunklem rotbraun und bernstein reicht. Am häufigsten kommt in der Natur ein blasses goldgelb vor, seltener – und begehrter – sind dunklere Citrine. Doch auch künstlich läßt sich ein frisches zitronengelb erzeugen: durch Brennen von hellen Amethysten oder Rauchquarz (anderen Quarz-Varietäten). … Dieses schöne Mineral habe ich zum Beispiel in Form von ungeschliffenen Rondellen in der hier gezeigten Halskette namens „Citrin“ – zu finden in meinem Shop, sofern nicht bereits verkauft! 😉 – verarbeitet.

Fotos: A. Hanschke


Collier

…leitet sich vom französischen Wort „collet“ – Kragen, Halsband, Halskette – ab. Es handelt sich hierbei um einen eng anliegenden Halsschmuck mit einer Länge von ca. 40-42cm. Die Ausführung der Colliers genügt dabei den verschiedensten Ansprüchen: von edel-schlichten bis hin zu üppigen, Dekollete bedeckenden Stücken ist alles zu haben.


Dichroitisch

…werden farbige Kristalle genannt, die einfallendes Licht in wechselnden Farben reflektieren, ähnlich wie die Flügel eines Schmetterlings. Die verschiedenen Farben kommen besonders durch die Betrachtung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zur Geltung. Bei der Herstellung von Glasperlen wird dieser Effekt durch die hauchdünne Beschichtung des Glases mit Metalloxiden erzielt: abhängig davon, welche „Dicke“ diese Beschichtung aufweist und welche Metalloxide in welcher Reihenfolge aufgetragen wurden.


Elfenbein

…wird hauptsächlich aus den Stoßzähnen von Elefanten gewonnen, jedoch liefern auch andere Tierzähne – z.B. von Nilpferden, Walrossen sowie Pott- und Narwalen – den begehrten Rohstoff. Die verschiedenen Elfenbeinsorten weisen unterschiedliche Färbungen (weiß, cremefarben oder auch rötlich) und Eigenschaften auf. Da vor allem Elefanten wegen ihrer Stoßzähne von Wilderern massenhaft getötet wurden und am Rande des Aussterbens standen, wurde 1989 der Handel mit Elfenbein weltweit eingeschränkt.


Fishbone

…oder „Fischknochen“ bezeichnet die Rückenwirbel von Fischen.


Gablonzer (Glas)

…hat seinen Ursprung in Gablonz an der Neiße, einer ehemals deutsch besiedelten Stadt in Nordböhmen. Hier wurden bereits im 16. Jh. Glaswaren erzeugt und ein neues Verständnis von Schmuck entwickelt: durch das freie Kombinieren von Glas, Kunststoff und unedlen Metallen wurde Schmuck in unvorstellbarer Farb-, Formen- und Dekorvielfalt erzeugt. Glasperlen, Straß, Cabouchons, Colliers, Broschen und Ohrschmuck waren ab Mitte des 19. Jh. in aller Welt beliebt. Nach Ende des zweiten Weltkrieges siedelten sich die aus ihrer nordböhmischen Heimat vertriebenen Kunsthandwerker in einem Stadtteil von Kaufbeuren (Bayern) an und bilden heute den weltweit größten Verbund Modeschmuck herstellender Betriebe.


Hill Tribe

…ist die englische Bezeichnung für die in Thailand lebenden Bergvölker. Zu ihnen gehören u.a. die Volksgruppen der Akha, Lahu, Lisu und Karen. Zum Kunsthandwerk dieser Menschen gehört die Kunst des Silberschmiedens, wobei das verarbeitete Silber mit 95-99% einen weitaus höheren Silberanteil als Sterlingsilber, mit „nur“ 92,5%, aufweist. Dadurch ist das Silber etwas weicher, hat eine hellere Farbe und läuft nicht so schnell an, wie Sterlingsilber. Umgangssprachlich werden Perlen und Schmuckelemente mit höherem Silberanteil als „Hill Tribe Silber“ oder „950er Silber“ bezeichnet.


Irisieren

…leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet „Regenbogen“. Es beschreibt ein optisches Phänomen, bei dem sich der Farbton einer Oberfläche entsprechend des Winkels, aus welchem diese Oberfläche betrachtet wird, ändert. Grund hierfür ist die Brechung und Interferenz des Lichts an der Oberfläche dieses Objektes, wodurch der Gegenstand in den Farben des Regenbogens scheint. Irisieren ist in der Natur, z.B. bei Pflanzen und Tieren, weit verbreitet. Aber auch Wolken, sog. Perlmuttwolken irisieren ebenso wie verschiedene Edelsteine. Der Glanz von Perlen und Perlmutt, der sog. Lüster, stellt eine spezielle Form des Irisierens dar.


Kautschuk

…bezeichnet elastische Polymere, die vor allem zur Herstellung von Gummi verwendet werden. Naturkautschuk basiert auf pflanzlichen Produkten, wie vor allem dem Milchsaft (Latex) des Kautschukbaumes. Sog. Synthesekautschuk wird aus petrochemischen Rohstoffen künstlich erzeugt. Bei der Schmuckherstellung werden vor allem Kautschukbänder eingesetzt, auf die z.B. Anhänger oder einzelne Perlen aufgezogen werden.


Lasieren

…bezeichnet das Auftragen eines durchsichtigen oder durchscheinenden Überzuges auf Holz, aber auch auf andere Materialien, wie z.B. Keramik oder auf Malereien. Durch die Lasur soll das so behandelte Objekt imprägniert (vor Feuchtigkeit geschützt) und z.T. auch gefärbt werden.


Longline

…ist englisch und bedeutet „lange Linie“. Longlines nennt man lange offene Ketten, die locker geknotet oder um den Hals geschlungen getragen werden.


Mohshärte

…bezeichnet die Ritzhärte von Edelsteinen und ist damit ein Maß für deren Festigkeit und Widerstandsfähigkeit. Der Wiener Mineraloge F. Mohs führte Anfang des 19. Jahrhunderts Ritzversuche durch und klassifizierte 10 gängige Mineralien nach ihrer „Ritzbarkeit“: vom weichen Talk (Mohshärte = 1) bis zum härtesten Mineral, dem Diamanten (Mohshärte = 10). Nach seiner Härteskala gelten Edelsteine der Ritzhärte 1 und 2 als „weich“, 3 bis 5 als „mittelhart“ und Edelsteine mit Mohshärte über 6 als „hart“.


Naturperlen

…entstehen, wenn im Gewebe einer Auster oder eines anderen Weichtiers Fremdkörper, z.B. Sandkörner, eingeschlossen werden. Die Muschel sondert als Reaktion auf diese Reizungen Perlmutt ab, das sich in mehreren Schichten um die eingedrungenen Fremdkörper legt und im Laufe mehrerer Jahre jeweils eine Perle formt. Größe, Form und Farbe der entstehenden Perlen werden dabei durch Umwelteinflüsse bestimmt.


Pewter

…ist eine Speziallegierung aus Zinn und Kupfer, die speziell für die Schmuckherstellung entwickelt wurde. Garantiert Blei- und Nickelfrei. Versilbertes Pewter oder Hartzinn ist auf Grund geringerer Kosten, eine echte Alternative zu Sterling Silber.


Quarz

…wurde bereits vor 5.000 bis 6.000 Jahren zur Schmuckherstellung verwendet, wie archäologische Funde in Israel belegen. Quarz bringt von allen Mineralien die größten Kristalle hervor: man unterscheidet makrokristalline Quarze, wie z.B. Citrin, Amethyst und Bergkristall, von mikrokristallinen Quarzen, wie z.B. Chalcedon und Achat. Mit einer Mohshärte von 7 gehören Quarzkristalle zu den harten Edelsteinen. Je nach Art der enthaltenen Einschlüsse variiert der Farbton der Quarzkristalle, der auch Einfluß auf die Bezeichnung der Steine hat: so unterscheidet man u.a. Bergkristall, Citrin, Rosen-, Erdbeer- und Rauchquarz sowie Katzen- und Tigerauge. Nähere Ausführungen zu den einzelnen Varietäten entnehmen Sie bitte unter den entsprechenden Stichworten.

Fotos: A. Hanschke


Tagua

…auch als „Steinnuß“ bekannt, ist die Frucht der Tagua-Palme, die in den tropischen Regenwäldern Südamerikas beheimatet ist. Die Fruchtkerne erinnern in Farbe und Konsistenz an Elfenbein, was der Pflanze vermutlich auch zu ihrem lateinischen Namen „Phytelephas macrocarpa“ verhalf, der soviel bedeutet wie „Pflanzen-Elfenbein mit großer Frucht“. Die Tagua-Nüsse werden für die Schmuckherstellung in allen erdenklichen Farben und Formen angeboten. Auf den Fotos zu sehen sind einige „Schätze“ aus meinem Fundus.

Fotos: A. Hanschke


Versilbert

…werden feste Gegenstände durch einen Überzug aus Silber, der in unterschiedlichen Verfahren – z.B. durch Aufdampfen, galvanische Verfahren oder Feuerversilbern – erzeugt werden kann. Neben Metallen und Metallegierungen, wie z.B. Kupfer, Messing, Zink und Stahl, lassen sich auch nichtmetallische Materialien, wie z.B. Glas oder Kunststoffe, versilbern.


Vergoldet

…werden Gegenstände, indem sie mit einem Überzug aus Gold versehen werden. Für die Vergoldung eignen sich sowohl Metalle und Metallegierungen, wie z.B. Stahl, Edelstahl, Zink, Messing, Silber, Kupfer oder Bronze, aber auch nichtmetallische Materialien wie z.B. Glas, Keramik, Porzellan, Papier und Kunststoff. Die Goldüberzüge, die vorwiegend im galvanotechnischen Verfahren aufgebracht werden, dienen vor allem dekorativen Zwecken sowie der Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit.


Y-Ketten

…werden Halsketten genannt, die die Form eines Ypsilon bilden. Dabei wird z.B. ein offenes Kettenband durch einen Ring fixiert, so daß es sich eng an den Hals schmiegt. Das überhängende Ende bildet die Form eines Ypsilons.


Zuchtperlen

…sind wie Naturperlen natürliche Produkte, die im Inneren von Perlmuscheln wachsen. Der einzige Unterschied zu Naturperlen besteht darin, daß der Mensch die Produktion einer Perle provoziert. Bereits im 5. Jh.n.Chr. nutzten die Chinesen die Erkenntnisse über die Bildung von Naturperlen zur Züchtung von „Buddaperlen“: sie führten kleine Buddafiguren in Süßwassermuscheln ein, die dort von einer Perlmuttschicht überzogen wurden. Doch erst in den 1920er Jahren begann die kommerzielle Zucht von Perlen, als es dem Japaner Kokichi Mikimoto als Erstem gelang, vollrunde Perlen zu erzeugen. Heute werden Perlen in Perlenfarmen gezüchtet: während einer „Operation“ wird der Perlmuschel ein Kern aus Perlmutt zusammen mit einem winzigen Stück Mantelgewebe einer Gebermuschel eingepflanzt. Um den eingepflanzten Kern bildet sich während der Wachstumszeit die Perlmuttschicht aus. Abhängig von Region, Wasser- und Muschelart entstehen unterschiedliche Perlen.

Natürlich gewachsene Perlen erkennt man an sogenannten „Wachstumsmerkmalen“, z.B. kleinen Rillen, bizarren „Nasen“ oder einer teils unregelmäßigen Oberfläche. Man wird kaum zwei identisch aussehende Perlen finden, ebenso wenig wie exakt runde Formen.

Fotos: A. Hanschke